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Willy DeVille mit 58 an Krebs gestorben |
| Autor: Internetjunkie - erstellt am Montag, 10. August 2009 | ||||
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Er stammte aus der New Yorker Punk-Szene der späten Siebziger, wurde
dann aber zum Latin-Pionier und großen Schmerzensmann der
amerikanischen Soulmusik: Willy DeVille ist im Alter von 58 Jahren an
Krebs gestorben. New York - Jimi Hendrix, dessen "Hey Joe" er immer wieder live coverte, Bob Dylan und der Bluesmusiker John Paul Hammond waren die Vorbilder, die der junge William Borsay in seinem Heimatort Stamford, Connecticut beharrlich hörte. Und irgendwann beschloss er, selbst Musiker zu werden, R&B-Sänger, Soul-Crooner, Virtuose. [Achtung: Ganzer Text Origial bei www.Spiegel.de ] ![]() Er musste einige Umwege gehen, bis es ihm gelang. Nachdem er eine Zeitlang im New Yorker Künstlerviertel auf Dylans Spuren wandelte, zog es ihn Anfang der Siebziger zunächst nach London, wo er ebenfalls nicht den richtigen musikalischen Geist verspürte, dann schließlich nach San Francisco: das New York der Beatniks und Poeten, das London der Hipster von Hendrix bis Bowie - und schließlich die Westküsten-Metropole der Hippies. In San Francisco formte Borsay seine erste Band, Billy DeSade & The Marquis, mit der er in kleinen Clubs und Sadomaso-Spelunken auftrat. Bald war klar: Es musste ein eigener Sound her, eine eigene Definition von Musik, die sich von Idolen und Vorbildern abhob. 1974 kehrte Borsay als Willy DeVille und einer neuen Band nach New York zurück: Mink DeVille. Mitte der Siebziger explodierte an der Ostküste gerade der Frust über die gescheiterte Revolution der 68er und entlud sich in ungestümer, nihilistischer Musik: Punk. Die Ramones traten auf den Plan, Richard Hell, Blondie und Television. Tummelplatz der Szene war der Rockclub "CBGB's", wo auch Mink DeVille ihre ersten Auftritte feierten - mit einer seltsamen, verführerischen Melange aus Blues und Soul, Punkrock und New Wave.
Willy DeVille blieb Zeit seiner Karriere eine jener tragischen Figuren
des Musikgeschäfts, ein Getriebener, der nie seinen Platz fand, nie
verstanden wurde, oft in die falschen Hände geriet und oft drohte,
verloren zu gehen. In den neunziger Jahren, nach Irrungen und Wirrungen
mit verschiedenen Labels und Managern, einem Drogenentzug und vielen
Comebackversuchen, fand DeVille schließlich in New Orleans zu seinen
Cajun-Wurzeln. Und Gleichgesinnten wie Allen Toussaint und Dr. John,
die ihm halfen, eine neue Heimat zu finden und traditionelle Musik
aufzunehmen, die erneut zu Kritikerlob führte.Von der amerikanischen Musikszene zeigte sich DeVille zunehmend enttäuscht: "Alle, die ein bisschen anders klingen, Tom Waits oder auch ich, werden dort gar nicht mehr wahrgenommen", sagte er 1992 der "Frankfurter Rundschau", alles "drehe sich nur noch um Prince, Madonna, Michael Jackson und Guns N'Roses". Bühnenerfolge blieben dem Außenseiter und ewigen Geheimtipp tatsächlich größtenteils nur in Europa vorbehalten. ![]() 1999 veröffentlichte Willy DeVille noch einmal ein großes Album, das zeitgleich in den USA und Europa veröffentlicht wurde und von Kritikern das Label "Meisterwerk" erhielt: "Horse Of A Different Colour", in der Blues- und Soul-Hauptstadt Memphis produziert, war voll herzzerreißender und rührender Balladen. Und William Borsay hatte sein Ziel endlich erreicht: Er war zum großen Soul-Crooner geworden, den der US-Journalist Mark Keresman sogar in die Nähe der ganz Großen rückte: "In gewisser Weise ist DeVille der Rock'n'Roll-Counterpart zu Sinatra - beide können rocken, beide haben persönliche Dämonen niedergekämpft, beide sind fähig, süße wie traurige Erinnerungen hervorzurufen, und beide können sich selbstbewusst auf den mean streets herumtreiben, bevor sie bei Tagesanbruch doch wieder auf der lonely avenue aufkreuzen." Erst im Juni hatte seine Familie bekanntgegeben, dass Willy DeVille an Bauchspeichelkrebs erkrankt sei. Er sollte gegen Hepatitis C behandelt werden, als der Tumor entdeckt wurde. In der Nacht zum Freitag ist DeVille nun verstorben, wie seine Frau Nina in New York bestätigte. "Er ist sehr friedlich verschieden. Ich war an seiner Seite", sagte sie der dpa.
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Willy DeVille blieb Zeit seiner Karriere eine jener tragischen Figuren
des Musikgeschäfts, ein Getriebener, der nie seinen Platz fand, nie
verstanden wurde, oft in die falschen Hände geriet und oft drohte,
verloren zu gehen. In den neunziger Jahren, nach Irrungen und Wirrungen
mit verschiedenen Labels und Managern, einem Drogenentzug und vielen
Comebackversuchen, fand DeVille schließlich in New Orleans zu seinen
Cajun-Wurzeln. Und Gleichgesinnten wie Allen Toussaint und Dr. John,
die ihm halfen, eine neue Heimat zu finden und traditionelle Musik
aufzunehmen, die erneut zu Kritikerlob führte.







