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18.10.11 von Joe
die Regierung tut doch was ;-) mehr...

06.10.11 von Sagsndie
jawoi mehr...

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Testbericht Travis TBC Lefthand

Autor: Woidmen e.V. - erstellt am Freitag, 12. März 2010
Habedere Woidmen Gemeinde, ein paar von euch kennen mich bereits als Woidman "Bulldozer" und von den Konzerten mit meiner Band: "Blackstone Diezel". Aktuell und aus gegebenem Anlass teste ich nicht nur Travis-Gitarren, sondern auch Lead-Gitarristen, wir suchen noch einen der bei uns einsteigen will. Aber jetzt erst mal zum ersten Gitarrentestbericht, den ich schreibe. Im Test ist eine TBC, Travis Bean Customs, Linkshänder-Gitarre!
Da auch ich ein Angehöriger der Linkshänder Gitarristen bin, nehme ich an dass nach der statistischen Wahrscheinlichkeit unter den Woid Gitarreiros sich ca. 10 – 15 % Linkshänder befinden, was sich auf ungefähr 8-10 belaufen dürfte, oder so... Endlich hat auch einer mal an uns gedacht, nämlich Gitarrrentechniker Travis, seines Zeichens auch ein eingeschworener Linkshänder, Jawoi! Liebe Gemeinde kommen wir nun zum Objekt der Begierde:
TBC Hier der Link zu Travis . Testbericht:  Es handelt sich um das Model TBC von der Gitarrenschmiede Travis Bean, und ich sage euch: Diesen Namen hat Diese Gitarre nicht verdient, TBC? ...das heißt Schwindsucht, blutiger Auswurf und dergleichen, nie und nimmer. Hier zur Aufklärung: TBC heißt lediglich Travis Bean Custom, gott sei Dank :-)

Als ich diese (Wuchtbrumme) Gitarre das erstemal sah, war ich etwas verwundert über Ihren etwas ausladenden Hintern, d.h. die Fülle an Holz die sich nach hinten hinaus ausdehnt. Ich denke dass Travis wohl ein Liebhaber von ausladenden Proportionen ist. Die sehr weiblich Rundungen verleiten eher dazu der Gitarre den Namen “Rubens“ ( Maler des Barock, Liehaber von ausladenden Frauen, Anm. des Verfassers) oder Fat Lady zu geben. Sehen wir uns die Lady mal etwas genauer an:

Der Body ist relativ groß und aus Brasil Cedro, diese Holzart ist eher ein Exot unter den Gitarrenhölzern, sie wird ca. das Gewicht einer Gibson Les Paul haben, liegt aber trotz des voluminösen Bodies sehr gut auf dem Oberschenkel, dabei ist sie weder hals- noch arschlastig. Auch umgehängt verursacht sie keine Bandscheibenvorfälle, sondern liegt sehr gut am Körper an, also keine Angst Joe ;-)

Was einem sofort auffällt ist der sehr stark ausgeprägte D-Hals und der massige Knick am Übergang zur Kopfplatte, aber wer Gibson Gitarren spielt wird sich sehr schnell an diesen Hals gewöhnen, auch das Daumenspiel ist mit diesem Hals kein Problem.

Noch ein auffälliges Merkmal an dieser Lady ist die Kopfplatte, hier ist nicht einfach eine Perlmutteinlage auf der Kopfplatte, nein es ist ein großes T durchgeschnitten, was der Gitarre ebenso einen unverwechselbaren Charakter im Aussehen gibt. Die Verarbeitung und Lackierung ist bei dieser Gitarre der Preisklasse um ca. 2800,- € natürlich excellent.

Travis  Ebenso ist die verwendete Hardware dem entsprechend gut und edel (siehe unten aufgeführte technische Details). Die Mechaniken arbeiten präzise, die Humbucker sind mit Chromblech verkapselt, sogar die Tonabnehmer-Rahmen sind aus solidem Stahlblech und  natürlich ebenfalls verchromt.

Ausgestattet ist die TBC mit zwei Humbuckern, der Marke Travis Bean Standard Alnico 5. Gesteuert werden diese Magneten mit jeweils zwei Ton- und Lautstärken Potis und dreifach Wahlschalter, also die klassische Schaltung wie man sie von Gibson Gitarren her kennt.

Zum Sound:
Ich habe die Gitarre erst einmal trocken angespielt, mein lieber Johnny äh Travis! Diese Gitarre entwickelt unverstärkt einen Sound der sowohl transparent als auch wohl temperiert und laut daher kommt und Sustain ohne Ende Ende Ende Ende hat !
Nun elektrifizieren wir mal die Schöne, als erstes mit einem VOX VT30. Warum dieser? Weil der Verstärker Typ die gängisten Verstärker der letzen 200 Jahre simulieren kann und man sich so besser einen Überblick über das Soundverhalten der Lady verschaffen kann. Gesagt getan ! Auahhhhhh !,
Die erste Überraschung, die Lautstärken Regler haben so etwas von Biss, dass ich sie erst mal  auf ein Drittel runtergedreht habe. ( Nachbarn scheissen sich ab weil ich angeblich am Samstag um 14 Uhr mit dem Bohrhammer im Keller arbeite, Banausen !!!! )

Kann das sein ?, nochmals nachlesen, nein die die Gitarre ist nicht aktiv ! Mann oh Mann, diese Lautstärken Potis sind wirklich mehr als scharf. Also erst mal Cleansound ( Fender Twin Reverb Simulation ), wow der Sound perlt einem durch die Finger, jede Saite akzentuiert hörbar, die Bässe nicht verschwommen sondern klar und rein und kein Muff, sondern dicker, klarer, verhaltener Druck.
Hier kommen natürlich die Ton-Regler zum Einsatz, diese formen den Sound nicht einfach von Muff zu Klar sondern wirklich von klaren Höhen zu runden vollen Bässen.
Jazzige Akkorde sind beim richtigen Verhältnis in mittlerer Stellung des Wahlschalters ebenso drin wie countrymäßige Sounds, man muss nur das Verhältnis je nach Geschmack verändern.
Die Gitarre spricht auch im Soundverhalten der Tonpotis unglaublich schnell an.

Weiter:  Simulation Marschall 70 er Plexi: Crunched ganz ordentlich, hier zahlt es sich aus, dass Travis an seinen Humbuckern alles reingelegt hat, was diese Stradivari der E-Gitarre so auf dem Kasten hat ist enorm.

Crunch Sounds sind so eine Sache für sich, je definierter sie rüber kommen, desto mehr Spielvarationen sind möglich, dies ist vor allem beim Retro Sound wichtig, da man hier nicht nur die Dur Akkorde bedient sondern auch mal einen Moll 7 Akkrode dazwischen jagt und das wird bei höherem Gain natürlich matschig wiedergegeben.

Nächste Station: UK modern, Marshall der 80 er und 90er Generation, rotzt fett und dreckig, selbst Solo Läufe aus dem Akkord-Geschrammel sind sauber und differenziert möglich. Das Enter Sandman Riff kommt mit einem unglaublichen Druck daher, da kann man sich besoffen spielen.

Die nächste Amp Variante ist: US high gain, simulierter Rectifier Sound, nun dieser Sound ist wirklich Geschmacksache, aber auch hier nur Bestleistung.

Weitere Amps im Test, Marshall Valvstate 100 und Marshall JCM 800, auch auf diesem Parkett souverän, bringt den Valvestate sogar dazu sich wie ein reiner Röhrenverstärker zu produzieren.

Im Solospiel sind mit der TBC oder Rubens Nuancen möglich die ich bisher nicht für möglich gehalten habe, selbst meine modifzierte SG Standart schmiert hier ab wie eine koreanische Boden Luft Rakete, das leichte Überkippen in den Obertonhöhen ist eine Kleinigkeit, natürlich kommt es hier immer auf den Stil des betreffenden Gitarristen an, schnelle Licks verwaschen nicht, bluesiges Gejammere und Picking sind ebenso drin wie Metal Donner.

Zusammenfassung: Diese Gitarre wird meiner Meinung nach Ihrem rel. hohen Preis absolut gerecht.
Warum ?  Sie ist einfach mit allen Wasser gewaschen, durch Ihre Konstruktion, die Augen fällig nicht so sehr aussergewöhlich ist, fällt Sie aber dennoch aus dem Rahmen.

Zu einen ist das die ungewöhliche Wahl der Hölzer, Brasil Cedro, ist für gewöhnlich nicht die Wahl für Gitarren von der Stange, zum einen liegt dies am Preis zum anderen ist Cedro sehr harzreich, demnach hat dieses Holz nicht die Masse wie etwa Mahagoni. Aber ihre Eigenschaft ist, die Saitenschwingungen besser aufzunehmen und diese quasi wie einen Resonanzkörper auf das ganze Instrument zu verteilen.

Dennoch ist durch diese voluminöse Bauart und vor allem durch den extrem festen und Masse reichen Hals ein Dämpfungsverhalten entstanden, aus dem ein hervoragendes Sustainverhalten hervorgebracht worden ist. Zudem wurden gerade bei der Hardware und der Elektrik nur die besten Materalien verwendet, die in Ihrem harmonischen Zusammenspiel mit dem Gitarrenbody die wunderbaren Eigenschaften dieser Gitarre ausmachen. Die TBC ist keine Gitarre für Anfänger sondern ein Instrument für einen vielseitigen und ernsthaften Gitarristen. Das liegt zum einen an ihrem Preis, ihrer Verarbeitung und an ihrer unglaublichen Vielseitigkeit. Salute to you, Travis!!!


Richard Geishauser


Hier noch die technischen Details:

-made in bavaria-germany
• 628 mm Mensur
• Schaller Mechaniken
• Schaller Fine-Tunning Tail
- Schaller Rollerbridge
• Travis Bean Standard Alnico 5 Pickups
• Switchcraft Toggle Switch und Eingangsbuchse
• CTS Potis
• Sprague Orange Drops (.022 mF) Tonkondensatoren
• American Black Cherry Top (Handgeschnitzt)
•  Brasil Cedro Body
• Mahagoni Neck
- Ebenholz Fingerboard
• 12 Zoll Griffbrettrundung (Zylindrisch) D-Style
• Slotted T-Style Headstock
• Ebenholz Headstock-Furnier
• Schaller Straplocks
• Ab Werk mit Pyramid 10-46 Saiten bestückt
• Echte Perlmutt Blockinlays
• 2-way Trussrod
• inklusive stabilem Formkoffer
-Gewicht ca 4,1kg (je nach holz und parts von 3,8-4,3kg)

Hersteller: Travis Bean
Modell : TBC
Ausführung: Custom Shop (Ebenholz fingerboard, vintage brown finish, schaller tail und roller bridge)
Der Neck ist fettes D, die necks werden ja auf anfrage immer nach wunsch gebaut- die lefthand war eben nach wunsch fettes D.



Kommentare (1)
16-03-2010 09:14
Geschrieben von: Anders (Registriert)

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